Improvisieren ist die Kunst

Stellen Sie sich einmal vor: Sie haben Theaterkarten, aber keine Ahnung, was sie eigentlich sehen werden? Beim Improvisationstheater ist genau das der Fall. Der Name ist dabei Programm: Die Schauspieler wissen bis zum Beginn der Veranstaltung auch nicht, was sie eigentlich spielen werden. Oftmals kommen sie dann auf die Bühne und lassen sich vom Publikum ein Thema geben. Dann haben sie in der Regel ein paar Minuten Zeit um Rollen zu verteilen – der Rest ist Improvisation. Heute vermischt sich das oft auch mit Stand-Up-Comedy und Poetry-Slams.

Diese Art des Theaterspielens mag modern klingen, hat aber antike Wurzeln: Schon die alten Griechen kannten das Stegreiftheater. Erst im 18. Jahrhundert begann man, von diesem Konzept abzulassen.

Schauspieler gehen davon aus, dass jeder Mensch die Gabe zum Geschichten erzählen hat. Profis wissen auch noch, wie man diese Geschichten ausdrucksstark auf die Bühne bringt. Letztlich sind damit schon die Grundlagen für das Improvisationstheater gelegt. Was es braucht, ist noch eine gehörige Portion Fantasie. Nicht das Geschriebene steht dabei im Mittelpunkt, sondern das Erfundene. Improtheater, wie es auch genannt wird, ist ein in sich dynamischer Prozess mit offenem Ausgang. Es fordert viel von den Akteuren und bisweilen auch vom Publikum. Nicht immer sind Improtheater-Vorstellungen ein Erfolg, vor allem dann, wenn es misslungene Dramatisierungen sind. Oft genug versuchen Schauspieler deshalb, das Genre der Komödie zu bemühen, um vor allem die Unterhaltung der Zuschauer sicherzustellen.

Improvisatonstheater sind meist unregelmäßig organisierte Veranstaltungen, oft in den großen Städten zu finden und haben wechselnde Besetzung.to_kill_a_mockingbird_1962_trailer_2

Man hat sogar eine Art Sport, den Theatersport daraus geformt: Zwei Gruppen treten dabei gegeneinander an und das Publikum muss den Gewinner bestimmen. In der Schulpädagogik wird das Improvisationstheater auch oft als Mittel zum Ausdruck verwendet, sei es in der Theater-AG oder in speziellen Kursen von Schulpsychologen.

Fast alle gut ausgebildeten Schauspieler haben im Laufe ihrer Karriere einmal Improtheater gemacht, weil es eine gute Erfahrung ist.